7.4 Themenzentrierte Interaktion (TZI) – ein systemisch-humanistisches Modell für Gruppenprozesse

1. Die vier Faktoren der TZI – im ständigen Wechselspiel

Die Themenzentrierte Interaktion (TZI) wurde von der Psychoanalytikerin und Gruppenpädagogin Ruth C. Cohn in den 1960er Jahren entwickelt. Ihr Ziel war, ein Modell zu schaffen, das Lernen, Arbeiten und persönliche Entwicklung in Gruppen lebendigverantwortlich und beziehungsorientiert gestaltet.

Der Kern ihres Modells umfass vier Bezugsgrößen:



  1. Ich – die einzelne Person mit ihren Bedürfnissen, Gefühlen, Werten, Zielen
    Coachingrelevanz: Selbstklärung, Eigenverantwortung, persönliche Beteiligung.

  2. Wir – die Gruppe als soziales System, mit ihrer Atmosphäre, Dynamik, Rollenverteilung, Spannungen
    Coachingrelevanz: Vertrauensaufbau, Gruppensicherheit, soziale Verantwortung.

  3. Es – das Thema, der gemeinsame Arbeits- oder Lerngegenstand
    Coachingrelevanz: Struktur, Zielorientierung, Ergebnisverantwortung.

  4. Globe/Umfeld – der Kontext: institutionelle, gesellschaftliche, kulturelle Rahmenbedingungen
    Coachingrelevanz: Die Komplexität von Relationen, Anliegen etc. nicht zu vernachlässigen und alle wichtigen Bezugsgrößen mitdenken