7.5 Das Konzept der Psychologischen Sicherheit (Edmondson) im interkulturellen Coaching

3. Bedeutung im interkulturellen Coaching

Relevanz

Gerade im interkulturellen Coaching, wo soziale und kulturelle Unterschiede schnell zu Unsicherheit führen können, eröffnet diese Haltung einen Weg, um Vertrauen aufzubauen und blinde Flecken sichtbar zu machen. Der:die Coach tritt dabei nicht als Wissensvermittler:in auf, sondern als Lernende:r in Beziehung. Das ist eine Rolle, die Sicherheit ermöglicht, ohne Kontrolle auszuüben.

Psychologische Sicherheit kann also als eine Grundvoraussetzung für gelingende Coachingprozesse angesehen werden: Besonders dann, wenn unterschiedliche kulturelle Prägungen, Werte und Kommunikationsstile aufeinandertreffen. Sie schafft einen Raum, in dem biografische, emotionale und kulturelle Differenz nicht abgewehrt, sondern bewusst zugelassen werden kann.

Dabei übernimmt der:die Coach nicht nur eine begleitende, sondern auch eine führende Rolle: innerlich, durch die Haltung der Offenheit und Selbstverantwortung und äußerlich, durch die bewusste Gestaltung des Beziehungsklimas. Coaching ist in diesem Sinne auch eine Führungsaufgabe: nicht autoritär, sondern relational. Der:die Coach ist nicht neutral, sondern Teil eines gemeinsam geteilten Erfahrungsraums.

Fazit

Psychologische Sicherheit ist im interkulturellen Coaching kein „Soft Skill“, sondern eine transformative Bedingung: Sie öffnet Räume für Entwicklung, Dialog und gemeinsame Orientierung in der Vielfalt. Dort, wo sie bewusst kultiviert wird, können Unterschiede nicht nur anerkannt, sondern auch fruchtbar gemacht werden – für Einzelpersonen, Teams und Organisationen.