Alkoholverbaot an Bahnhöfen

Alkoholverbaot an Bahnhöfen

von Jutta Seifert -
Anzahl Antworten: 0

2. Alkoholverbot an Bahnhöfen

TAZ, Die Tageszeitung vom 22.07.2026, Seite 8



FAZ Online vom 21.07.2026, https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bahn-alkoholverbot-an-allen-bahnhoefen-geplant-accg-201049435.html



Erläuterung

Die TAZ ist eine linksalternative Zeitung, die FAZ ist konserbativ. Während die Einschränkung von individuellen Rechten für die TAZ gut begrüdnet sein müsste, setzt die FAZ ihre Hoffnung auf Ordnung und Sicherheit für die Allgemeinheit.

Die TAZ schreibt auf Seite 8 in der Rubrik Wirtschaft und Umwelt vom geplanten Alkoholverbot auf Bahnhöfen. Der Anlass ist, dass wiederholte Gewaltereignisse in Zügen und auf Bahnhöfen Handlungsbedarf offenbaren. Das angekündigte Alkoholverbot wird in dem Artikel als nicht plausibel oder passend dargestellt. Der Autor macht Widersprüche deutlich. Alkoholverbot auf dem Gleis – aber Alkoholausschank im Bordrestaurant. Alkoholtrinkverbot im Bahnhof – aber Alkoholeinkauferlaubnis im Bahnhof. Verbotszonen – aber keine Möglichkeit der konsequenten Durchsetzung.
Damit wird ausgedrückt, dass das neue Verbot nicht sinnhaft ist und wenig dazu beiträgt, eine neue Kultur zu etablieren, in der weniger Gewaltsituationen mit Zugbegleitern entstehen. Aus der Mikroebene werden Zitate veröffentlicht, die das verfestigen sollen:
„Wenn man etwas vollmundig ankündigt, muss man es erst zu Ende denken.“ Und: „Wichtig sei vor allem eine ausreichende Personalstärke, vor allem bei Kontrollen…“

Die FAZ baut ein Narrativ auf, in dem bei den Lesern Sorgen und Ängste angesprochen werden. Die Sicherheit und Ordnung seien bedroht und müssten wieder hergestellt werden. Das wird untermauert durch Zitate  der Bahnchefin: „Es reicht. Genug ist genug. Wir greifen jetzt noch härter durch.“, „Für mich zählt nur eins: der Schutz unserer Kollegen und unserer Reisenden.“ Die Zitate machen dem Leser ein Identifikationsangebot, das ihm aus dem Herzen sprechen kann.

Ansonsten ist der Artikel sehr sachlich-informativ gehalten, da die Nachricht in das Weltbild des Verlages passt. Die Erfahrung über die Ankündigung zur neuen Regelung passt in die Erwartung des Mindsets/Frames. So wird beispielsweise die in der TAZ empfundenen Unplausibilität nur kurz sachlich erwähnt: "Ausgenommen von der Regelung solle der Ausschank innerhalb der Bahnhofsgastronomie sein."