· Ein der Lebensphilosophie „Ubuntu“ ähnliches Beispiel anderer Akteursfelder weltweit wäre das „Buen Vivir“, (aus dem Quechua „Sumak Kawsay“), was ungefähr so viel wie „das gute/erfüllte/harmonische Leben“ bedeutet. Die Philosophie ist in den indigenen Kulturen der Anden (vor allem in Bolivien, Peru und Ecuador) entstanden und wurde teilweise in den Verfassungen Ecuadors und Bolivien aufgegriffen. Eine wesentliche Bedeutung im „Buen Vivir“ kommt der Natur zu, die einen Eigenwert besitzt und nicht, wie in vielen westlichen Weltbildern, als Ressource begriffen wird. Der Mensch steht im „Buen Vivir“ nicht über der Natur, sondern ist ein Teil von ihr. Ein zentrales Element ist dabei der Begriff „Pachamama“ (aus dem Quechua „Mutter Erde“), die besonders in den ländlichen Regionen Boliviens in den Alltagskonventionen und in der Alltagssprache sehr präsent ist und der zum Beispiel beim/vor dem Trinken – mit einem kleinen „Schluck“ auf den Boden – gewertschätzt und gedankt wird.
· Ein weiteres niedrigschwelligeres Beispiel aus Zentralamerika wäre evtl. das Leitmotiv Costa Ricas („Pura Vida“), welches im Sprachalltag als chunk in verschiedenen Kontexten (z. B. im Sinne von „danke“, „gern geschehen“, „mir geht’s gut“) verwendet wird, im Marketingbereich und der Außenwirkung Costa Ricas eine große Rolle spielt und mit der Gastfreundschaft, Fröhlichkeit, Zufriedenheit der Leute sowie entfernt auch mit weiteren Alleinstellungsmerkmalen Costa Ricas (hoher Naturschutz, Förderung erneuerbarer Energien, hoher Stellenwert von Bildung, kein Militär) – gerade im Vergleich mit vielen anderen lateinamerikanischen Ländern – verbunden wird.
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