Zooming: Vogel in einer scheinbar natürlichen Landschaft

von Marie-Joseph Gomis -

Für diese Aufgabe habe ich eine Szene aus Google Streetview ausgewählt, die auf den ersten Blick eine natürliche und freie Umgebung zeigt. Erst durch das bewusste Heran- und Herauszoomen zwischen Mikro-, Meso- und Makroperspektive erschließt sich der tatsächliche Kontext der Situation.

Mikroperspektive

Auf der Mikroebene ist ein Vogel zu sehen, der auf einem Ast über einem Gewässer steht. Die Umgebung wirkt natürlich: Wasser, Steine, Vegetation und der einzelne Vogel dominieren das Bild. Es sind keine Menschen sichtbar. In dieser Perspektive entsteht der Eindruck einer freien Naturszene, möglicherweise aufgenommen in einem natürlichen Lebensraum.


Mesoperspektive

Beim Heranzoomen auf die Mesoperspektive werden zusätzliche Elemente sichtbar. Über dem Gewässer spannt sich ein Netz, und die Landschaft wirkt bewusst gestaltet. Die Vegetation, die Anordnung der Steine sowie die Begrenzungen des Raumes lassen erkennen, dass es sich nicht um eine vollständig freie Natur handelt, sondern um eine kontrollierte Umgebung.



Makroperspektive

Auf der Makroebene wird deutlich, dass sich die Szene in der Réserve Africaine de Sigean im Süden Frankreichs befindet. Der Ort ist als Safari-Reserve und Tierpark ausgewiesen. Die scheinbar natürliche Umgebung ist Teil einer touristischen Anlage, in der Tiere in abgegrenzten Räumen gehalten werden.


Zusammenspiel der Perspektiven

Erst durch das Zusammenspiel von Mikro-, Meso- und Makroperspektive lässt sich die Szene angemessen einordnen. Während die Mikroperspektive den Eindruck von Freiheit und Natur vermittelt, zeigen Meso- und Makroperspektive, dass der Vogel sich in einem geschützten, aber begrenzten Akteursfeld befindet. Das Zoomingverfahren trägt hier entscheidend dazu bei, eine vorschnelle Interpretation zu vermeiden und die Situation im Kontext zu verstehen.

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie wichtig der Perspektivenwechsel ist, um kulturelle und soziale Akteursfelder differenziert zu beschreiben und scheinbar eindeutige Bilder kritisch einzuordnen.

https://maps.app.goo.gl/ZP1QvgdPmP9BgUem8





Zooming auf Google Streetview: Der Eiffelturm? Oder doch nicht?

von Theresa Dabla -

Beginnen wir bei meinem Zooming-Beispiel mit der Mikroperspektive, meinen wir, uns in Paris zu befinden – wir sehen den Eiffelturm hinter einem Gebäude herausragen, das an den Haussmann’schen Stil auf Pariser Boulevards erinnert:


In der Mesoperspektive fällt uns allerdings auf, dass mit dieser Einschätzung etwas nicht stimmen kann – wir sehen zwei US-amerikanische Flaggen an dem Gebäude, umgebende Hochhäuser und Palmen:


Auflösen können wir dieses in der Makroperspektive – wir befinden uns nicht in Paris am Original Eiffelturm, sondern in Las Vegas und schauen auf eine im Maßstab 1:2 nachgebaute Touristenattraktion:



Ein Touristenboot bei den Niagarafällen

von Susanne Abdennouri -

Ich habe ein sehr schönes Bild gefunden, das sich für das Zooming und so die Erschließung unterschiedlicher Perspektiven gut eignet.

Auf dem ersten Bild aus der Mikroperspektive ist ein Kreuz aus Metall abgebildet, das auf einem Sockel vor einem historischen Gebäude zu stehen scheint. 

Etwas herausgezoomt in die Mesoperspektive ist bereits gut erkennbar, dass es sich um den Aufbau auf einem Boot handelt, das sich einem großen Wasserfall nähert.

Aus der Makroperspektive erschließt sich nun, dass dieses Boot sich auf dem Niagra River zwischen Kanada und den USA bewegt.


Das Schloss Friedenstein

von Anja Eckardt -

Perspektiven Schloss Friedenstein 

Mikroperspektive: 

Mesoperspektive:

Makroperspektive:

Anhand des Schlosses Friedenstein in Gotha (Thüringen) lässt sich gut darstellen, wie durch das Zooming in verschiedene Perspektiven Zusammenhänge sichtbar werden. Betrachtet man in der Mikroperspektive den Ostturm, kann man diesen vermutlich keinem Gebäude klar zuordnen. Er könnte sogar ein einzelnes Gebäude sein. In der Mesoperspektive ist zu sehen, dass der Turm zur Schlossanlage Schloss Friedenstein gehört. Man erkennt auch erst in der Mesoperspektive den stilistischen Bruch im Gegensatz zur restlichen Anlage. Das Schloss wurde ab 1643 im frühbarocken Stil erbaut, ursprünglich mit Pyramidenhauben an West- und Ostturm. Nach einem Brand am Ostturm 1678 wurde dieser erst 1684 wieder aufgebaut – im damals moderneren Stil mit Kuppeldach. Erkennt man das Schloss auch in der Mesoperspektive nicht, kann man in der Makroperspektive ablesen, um welches Gebäude es sich handelt. Zudem liefert die Lage innerhalb der Parkanlage mit Kasematten, Rosengarten, Wasserkunst und Nebengelasses Aufschluss über das Schloss.




Das Taj Mahal auf Google Street View

von Valentina Ly -

In dieser Aufgabe werde ich zeigen, wie das Zusammenspiel der Perspektiven, insbesondere des Heran- und Herauszoomens, zur besseren Auflösung einer von mir ausgewählten Sehenswürdigkeit beiträgt.

Im Screenshot der Mikroperspektive sieht man einen Turm, der zunächst nicht eindeutig zuzuordnen ist. Erst durch das Herauszoomen im Screenshot der Mesoperspektive wird ersichtlich, dass der in der Mikroperspektive dargestellte Turm einer der vier Türme, genauer gesagt, ein Minarett, der Sehenswürdigkeit ist. Sollte in der Mesoperspektive das Taj Mahal noch nicht erkannt worden, lässt sich beim weiteren Herauszoomen, d.h. im Screenshot der Makroperspektive, entnehmen, dass es sich bei der Sehenswürdigkeit um das Mausoleum Taj Mahal in Nordindien handelt.

Mikroperspektive: 

Mesoperspektive: 

Makroperspektive: