1. Ein relationales Fundament für Lernen, Wandel und Verbindung
Laut der Forschung von Amy Edmondson (1999) und den Ergebnissen des Google-Projekts Aristotle (2015) machen erfolgreiche Teams nicht weniger Fehler, sondern sogar mehr, weil sie anders damit umgehen. Sie schaffen ein Klima, in dem Fehler offen angesprochen, diskutiert und als Teil von Lernprozessen verstanden werden.
Der Schlüssel dafür ist Psychologische Sicherheit. Sie beschreibt einen sozialen Zustand, in dem sich Menschen trauen, interpersonelle Risiken einzugehen, z. B. Fragen zu stellen, Fehler einzugestehen oder Kritik zu äußern, ohne Angst vor Zurückweisung oder Bloßstellung.
Das ist nicht mit Harmonie oder Konfliktvermeidung gleichzusetzen. Sie bedeutet vielmehr ein Klima, in dem auch Unangenehmes besprechbar bleibt.
Aus relationaler Perspektive entsteht Sicherheit nicht durch persönliche Eigenschaften, sondern im sozialen Zusammenspiel.
Für Lern- und Veränderungsprozesse, sei es in Teams, Organisationen oder Personen, ist psychologische Sicherheit eine zentrale Voraussetzung.
Sie ermöglicht nicht nur das Teilen von Unsicherheit, sondern auch das Aushalten von Ambiguität, den Perspektivwechsel und die Konfrontation mit Selbstzweifeln. Fehlt dieses Sicherheitsgefühl, treten Schutzmechanismen in den Vordergrund: Anpassung an vermeintliche Erwartungen, Rückzug aus echten Kontakten, oder die Maskierung des eigenen Denkens und Fühlens.
