Meine 10 Leitsätze

Meine 10 Leitsätze

von Susanne Abdennouri -
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Ich habe bei der Reflexion zu dieser Frage gemerkt, dass ich noch viel mehr Leitsätze fomulieren könnte, habe mich nun aber dazu entschlossen, die Leitlinien aufzugreifen, die sich auf meine eigene Haltung fokussieren. 
  1. Ich begreife Kultur als fortlaufenden Aushandlungsprozess.
    Kultur entsteht nicht aus festen Regeln, sondern in konkreten Interaktionen. Sie wird durch Handeln reproduziert und gleichzeitig verändert.
  2. Ich halte die Spannung zwischen Stabilität und Veränderbarkeit bewusst aus.
    Kulturelle Prägungen bieten Orientierung, dürfen aber nicht als Erklärungsmuster verabsolutiert werden.
  3. Ich nutze kulturelle Modelle als Werkzeuge, nicht als Wahrheiten.
    Sie helfen mir, Komplexität zu strukturieren, verlieren aber ihre Gültigkeit, sobald sie individuelle Perspektiven überlagern.
  4. Ich verstehe Differenz als Ergebnis von Kontext, nicht als Eigenschaft von „Kulturen“.
    Unterschiede entstehen situativ und relational und nicht allein durch z.B. nationale oder organisationale Zugehörigkeit.
  5. Ich reflektiere meine Wahrnehmung als eigenkulturell geprägt.
    Meine Deutungen sind nie neutral, sondern Ausdruck meiner eigenen Sozialisation, Erfahrungen und Erwartungen.
  6. Ich begreife Interaktion als notwendige Bedingung für Verstehen.
    Ohne direkten, dialogischen Kontakt bleiben kulturelle Annahmen abstrakt und anfällig für Verzerrungen.
  7. Ich übernehme Verantwortung für die Qualität von Interaktion.
    Ich gestalte Austausch bewusst so, dass Beteiligung auf Augenhöhe möglich wird und unterschiedliche Perspektiven tatsächlich eingebracht werden können.
  8. Ich verschiebe den Fokus von „Kulturen“ auf handelnde Individuen.
    Menschen agieren nicht als Vertreter einer Kultur, sondern als komplex geprägte Akteur*innen mit vielfältigen Zugehörigkeiten.
  9. Ich arbeite bewusst mit Perspektivwechseln auf Mikro-, Meso- und Makroebene.
    Erst durch das Zusammenspiel individueller, organisationaler und gesellschaftlicher Ebenen wird interkulturelle Dynamik verstehbar.
  10. Ich verstehe interkulturelle Kompetenz als kontinuierliche Reflexionspraxis.
    Sie ist kein Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess des Hinterfragens, Lernens und Anpassens im Handeln.