Anwendungsaufgabe 2

Anwendungsaufgabe 2

von Sophie Schindler -
Anzahl Antworten: 1

Monokulturell:

Weltoffenes Sachsen ja, Anziehungspunkt für Wirtschaftsflüchtlinge nein

Sachsen war über die Jahrhunderte ein weltoffenes Land. Damit dies so bleiben kann, ist dem Zustrom von Menschen, die wesentlichen Regeln unseres friedlichen Zusammenlebens offen ablehnen, entgegenzuwirken.

FREIE SACHSEN lehnt geschlossene Grenzen prinzipiell ab, insbesondere weil diese dem Ausbau der Beziehungen zu unseren östlichen Nachbarn Polen und Tschechien im Wege stehen. Gleichzeitig bedarf es aber einem erheblichen Nachsteuerungsbedarf in der Einwanderungspolitik, um das derzeitige Chaos zu beenden. Zu Zeiten, als Sachsen seine Angelegenheiten noch selber regeln konnte, war die Sache klar: Zum Zwecke der Arbeit konnte sich jeder nach Sachsen begeben, soziale Leistungen für Zugewanderte gab es aber nicht. Auf diese Weise wurden fleißige Menschen angezogen, die unser Land bereicherten. Für andere Arten von Zuwanderern gab es dagegen keinerlei Anreize. Diese Regelung ist vorbildhaft auch für die heutige Zeit.

Menschen, welche in unserem Land Zuflucht suchen, sollten für eine Übergangszeit ein Dach über dem Kopf und täglich eine warme Mahlzeit erhalten. Mussten sie tatsächlich vor Todesgefahr fliehen, werden sie darüber froh und dankbar sein. Für Wirtschaftsflüchtlinge wird unser Land dadurch jedoch vollständig unattraktiv.

Die durch den Merkelschen Rechtsbruch ausgelöste demographische Katastrophe ist unabhängig davon rückgängig zu machen. 

https://freie-sachsen.info/wofuer-wir-stehen/

 Dieses Beispiel der Partei Freie Sachsen enthält eine monokulturelle Gesinnung, wenn auch nicht auf den ersten Blick ersichtlich, da es sich als weltoffenes Land präsentiert sowie für offene Grenzen und für den Ausbau der Nachbarbeziehungen eintritt. Es befürwortet sogar Migration, allerdings nur eine bestimmte Art von Migration und schließt andere aus.

Menschen sind willkommen, wenn sie arbeiten und das Land "bereichern". Bereichern könnte sich auf finanzielle Bereicherung beziehen. Inwieweit diese "Arbeitsmigranten" sich dann in der Gesellschaft einfügen könnten/sollten wird nicht erwähnt. Es geht nur um die Arbeitskraft. Soll die Kultur also unsichtbar bleiben?

Flüchtlinge die vor "Todesgefahr" geflohen sind, werden übergangsmäßig geduldet, was darauf schließen lässt, dass sie danach Sachsen wieder verlassen sollen. Somit gibt es keine wirkliche Perspektive auf soziale Teilhabe in der Zukunft. Vermischung von Kulturen ist demnach vorgebeugt.

Am Anfang wird von "unsere[m] friedlichen Zusammenleben" gesprochen. Auf wen genau bezieht sich "unser"? Dies scheint eine Annahme für eine homogenere Gesellschaft zu sein. Es wird also kein Aushandeln von neuen Regeln oder eine mögliche Vermischung von Perspektiven, Werten, Kulturen, etc. geben, die fremde Menschen mit nach Sachsen bringen. Sie haben sich dem Zusammenleben, das bereits ausgehandelt ist (und auch nicht mehr verändert wird) anzupassen. 

Darüber hinaus wird erwähnt, dass "das derzeitige Chaos" beendet werden muss und die "demographische Katastrophe "rückgängig zu machen" ist. Die vielen Migrationsbewegungen und Menschen die aktuell und durch diese Politik in Deutschland leben, scheinen also nicht in das Bild zu passen. Der Zustand zuvor soll wieder hergestellt werden: kulturelle Homogenität. Multikulturelle Vielfalt wird nicht als Bereicherung, sondern als Existenzbedrohung gedeutet. Sind es zu viele unterschiedliche Gruppen? Welche stiften dieses Chaos und welche Gruppe soll die Katastrophe beenden?

 Multikulturell:

Wir als Linke wollen einen Perspektivwechsel. Über 30 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg haben eine Migrationsgeschichte, in größeren Städten zum Teil über die Hälfte. Das sehen wir als Bereicherung und große Chance. Statt Abschottung, Ausgrenzung, Kriminalisierung von Geflüchteten und Misstrauen brauchen wir gleiche Rechte für alle: Schutz statt Abschiebung, Teilhabe statt Bevormundung – und eine aktive antirassistische Politik. Wir stehen an der Seite derer, die von Rassismus betroffen sind. Wir hören zu und kämpfen mit ihnen für Gerechtigkeit.

 https://www.die-linke-bw.de/fileadmin/lv/2026Landtagswahl/Die_Linke_Landtagswahlprogramm_2026.pdf

 Die Linke beschreibt in ihrem Wahlprogramm hier eine eher multikulturelle Perspektive. Sie beruft sich auf Bevölkerungsstatistiken und Einwanderungsquoten. Sie sieht kulturelle Vielfalt als Chance und nicht als Bedrohung. Sie spricht auch nicht von einer Mehrheitsgesellschaft, an die sich die Minderheiten anpassen sollten.

Hier mischen sich erneut die Konzepte, denn sie gehen noch einen Schritt weiter, als das friedliche Nebeneinander und fordern, dass diese Gruppen auch "Teilhabe" (an der Gesellschaft, der Mehrheitsgesellschaft?!) haben sollen. Das ist eher ein interkultureller Ansatz, um die Einflüsse aller Gruppen zu einem neuen Gemeinsamen synergischen Aushandeln zu bewegen.

 Interkulturell:

Muslime in unserer Mitte stärken. Wir dulden keine Abwertung von Muslimen. Unser Ziel ist ein lebendiges und vielfältiges muslimisches Gemeindeleben, das sich Deutschland zugehörig fühlt und fest auf dem Boden unserer freiheitlichen Grundordnung steht. Im Rahmen einer Stiftung unterstützen wir Moscheegemeinden, die diese Voraussetzungen erfüllen, und die Ausbildung von Imamen in Deutschland und in deutscher Sprache. Das erleichtert die Integration.

https://www.cdu.de/wahlprogramm-von-cdu-und-csu/

 Dieses Beispiel der CDU weist interkulturelle Züge auf. Zum einen erkennt es an, dass Muslime (eine Minderheit) aktiv Teil der deutschen Bevölkerung ausmachen und tritt für deren Gleichberechtigung ein.

Es bemüht sich darüber hinaus auch dafür, nicht nur muslimische Gemeinden anzuerkennen, sondern diese mit der Gesellschaft zu verbinden, indem sie die Ausbildung von Imamen in Deutschland auf Deutsch fördern, was ein Miteinander ist, da sich daraus Möglichkeiten ergeben, neue Regeln auszuhandeln und den Raum für mögliche Synergien öffnet.

Allerdings ist diese "Offenheit" an Vorgaben geknüpft, die zu erfüllen sind und es wird von Integration, nicht Inklusion gesprochen. An diese Regeln der Mehrheitsgesellschaft müssen sie sich anpassen. Das System selbst ist also nicht offen.

 


Als Antwort auf Sophie Schindler

Re: Anwendungsaufgabe 2

von Maja Störmer -
Hallo Sophie,

danke für Deinen Beitrag! Ich habe ihn in dem entsprechenden Forum in Block 1 nochmal verbaut lächelnd.
Dieses Forum können wir gerne für den Austausch unabhängig von den Anwendungsaufgaben nutzen. So ist es übersichtlicher.

Viele Grüße
Maja