Welche Theorie haben wir kennengelernt, die uns hierbei helfen könnte?
Kontakthypothese: Nach der Kontakthypothese besteht eine Relation zwischen Kenntnissen über / Kontakten zu bestimmten Akteur:innen und Neigung zu Stereotypenverwendung / Ressentiments. So wird das in der Projektbeschreibung geschilderte vermeintliche Paradoxon zwischen hohen Ressentiments trotz "geringer Ausländerquote" in Thüringen gar nicht mehr so widersprüchlich. Ein Abbau der Ressentiments könnte gemäß der Kontakthypothese also durch die Vermittlung von Kenntnissen bzw. dem Kontakt zu den entsprechenden AKteur:innen erfolgen. Bedingung dafür ist allerdings, dass beide AKteursfelder gemeinschaftliche Ziele verfolgen, von etwa gleichem Status sind und interagieren müssen.
Entwurf A:
Was haltet ihr von den Entwürfen? / (Wie) Würdet ihr sie verwenden?
- Halte ich für nicht gelungen. "Wir haben Mitarbeiter mit Kopftuch, Dreadlocks, Tattoos. Und das ist furzegal." - Es fehlt eigentlich nur noch das "trotzdem" ("...und trotzdem kommen wir trotz dieser ganzen Unterschiede irgendwie klar!") und erinnert eher an Stromberg als an eine gelungene Kampagne. Durch das Aufzählen des Andersartigen werden Muster verfestigt. Dass das "Fremde" als "egal" dargestellt wird, kontrastiert den Kulturkampf geradezu und führt genau am Ziel vorbei. Warum werden die Informationen genannt? Was in den Köpfen hängen bleibt ist "Kopftuch, Dreadlocks und Tattoos sind anders". Es erinnert an den Zeitungsartikel "Deutsche gegen Ausländer" aus der zwölften Vorlesung.
Was haltet ihr von den Entwürfen? / (Wie) Würdet ihr sie verwenden?
Den Ansatz des Plakats finde ich dank des ersten provokativen Satzes "Dem Brot ist es egal, welche Hände es kneten." sehr gelungen. Mich irritiert eher das "Dir doch auch!", was ich ehrlich gesagt auch nicht ganz verstehe und eher nach agrresiv-flehendem Wunschdenken klingt.
Was würdet ihr ändern?
Ich würde den entsprechenden Teil ändern und bei dem anprangernden und ins-Gewissen-redenden Stils bleiben, etwa: "Warum dir nicht?" Die Idee von Jutta einer farbenfroheren Gestaltung und "collagenartiger Gesichtszusammenstellung" finde ich gut.