Antwort Jutta

Antwort Jutta

von Jutta Seifert -
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Hallo alle,

Meine Antwort auf Maltes letzten Kommentar
Ich finde die Arbeit mit Zweiwertigkeiten grundsätzlich auch ok, um überhaupt einen Ansatz zu bekommen, dass Prägungen bzw. Kulturen unterschiedliche Schwerpunkte haben können. Das würde ich mit dem Hinweis auf unterschiedliche Persönlichkeitsprofile von Menschen aber ergänzen, um Stereotype zu vermeiden und die Vielfalt zu betonen. Dementsprechend kann auch betont werden, dass es kein richtig und kein falsch im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen gibt, sondern dass es genauso ein gegenseitiges herantasten an das gegenseitige Verständnis ist, wie wenn zwei Menschen aus derselben Kultur sich das erste Mal treffen und nicht kennen. Das würde die TN entspannen und Unsicherheiten minimieren. 

Meine Erfahrung mit Kulturdimensionen
Ich war mal bei einem Training dabei, wo die Kulturdimensionen verwendet worden sind. Nicht gut war, dass die Länder in Relation gesetzt worden waren. Gut war, dass die Trainerin eine anwesende Mexikanerin zumindest gefragt hat, ob sie die Platzierung ihres Landes als korrekt empfindet. Es wurde dann die Momentaufnahme betont und dass es so nicht wirkllich gültig sein muss und nur einen Eindruck vermitteln soll. Ich hätte die Verwendung der Kulturdichotome besser gefunden, wenn die Zuordnung der Länder herausgenommen worden wäre.

Zu Maltes Frage
Ja, kann funktionieren. Es ist auf jeden Fall ein Erkenntnisgewinn, dass jede und jeder innerlich strukturiert, um die Komplexität des Lebens zu verarbeiten und die Falle Stereotyp dabei ins Auge zu nehmen. Das herauszuarbeiten finde ich gut. Die Gruppe braucht allerdings ausreichend Vertrauen zueinander.

Weiterer Lösungsansatz zur Dekonstruktion von Stereotypen 
Im Training ein neues Framing erzeugen.
Dafür finde ich das Thema "Unsicherheit" gut. Die Gruppe kann herausarbeiten, dass Unsicherheit zur "richtigen" Kommunikation und "richtigen" Begegnung dazu gehört und wie das abgebaut werden kann. Als Lösungsansatz würde ich die Theorien Transaktionsanalyse und 4 Seiten einer Nachricht wie auch die Wichtigkeit von Feedbackschleifen ins Training aufnehmen.

Ein mögliches Gegenargument für den Trainer
Wenn die Stereotypen verbildlicht wurden, wird sich das visuelle Gedächtnis daran erinnern. Das Bild im Kopf ist vorhanden und wird nicht mit dem Satz: "Wir wissen doch alle, dass es so eigentlich nicht stimmt." verbunden.
Frage an den Trainer: Was wollen Sie im Gedächtnis verankern?


Als Antwort auf Jutta Seifert

Re: Antwort Jutta

von Nina Bredereck -
Die Problematik bei der Arbeit mit Zweiwertigkeiten ist, dass wir immer von einer lediglich zweifarbigen Welt und Erfahrungswelt ausgehen. Meiner Ansicht nach gibt es aber viele Überschneidungen und viele Farbvermischungen. So können wir evtl. als neuzugezogenen in einem Ort als Fremd wahrgenommen werden, wenn wir aber die gleichen Personen außerhalb von unserem Wohnort wiedertreffen, könnte die Gemeinsamkeit des Wohnortes wieder identitätsstiftend wirken. Dies ist auch bei der Migrationsforschung zu sehen, dass oft Menschen aus einer Region, wenn die ersten Menschen gute Erfahrungen gesammelt haben, dort auch ansiedeln. Deswegen gibt es bspw. "Charlottograd", also Charlottenburg in Berlin, welches von vielen russischen Migranten in der russischen Bürgerkriegszeit besiedelt wurde und urpsrünglich nur als Durchgangsstation gedacht war.

Ich denke, krititsche Rückfragen sind wirklich wichtig, besonders mit Spiegelung und ggf. auch Paraphrasierungen, um herauszubekommen, welche Intention beim Trainer dahinter steckt, warum er dies so nutzt. Vielleicht sind das auch Rahmenbedingungen, die ihm die Auftragebenden zugeteilt haben?