Die trainingsleitende Person scheint nicht sehr reflektiert zu sein. Um diese Person und die teilnehmenden zum kritischen Hinterfragen zu bringen, würde ich selbst zunächst Rückfragen stellen, wie:
Warum sind diese Stereotype hier wichtig?
Tradieren wir mit Stereotypen nicht Vorurteile und gehen von einem „Wir“ und „Die Anderen“ aus? Ist nicht unser Ziel, hier Verständnis zu entwickeln und ins gemeinsame Handeln im Sinne von „communicare“ zu gelangen?
Wenn wir durch solche Deutungsmuster wahrgenommene Realitätsaspekte selektieren und über diese Kommunikationstexte strukturieren, versuchen wir dann nicht Schubladendenken zu öffnen. Natürlich brauchen wir Rahmenbedingungen, an denen wir uns bei solchen Trainings orientieren. Sind diese aber nicht wichtiger auf der Beziehungsebene und der Unternehmenskulturebene, wie bspw. Feedbackkultur oder Umgang mit Problemen? (Diese Aussagen hängen natürlich davon ab, in welchem Zusammenhang das Training angeboten wird.)
Allerdings müsste bei dem Gespräch aufgepasst werden, dass nicht wieder die gleichen Stereotypen zu ihrer eigenen Dekonstruktion herangezogen werden würden, um sie nicht weiter zu tradieren.
Sicherlich werden die Schlagfertigkeit und Reaktionsweise von mir auch abhängig davon sein, wer alles mit im Training ist und wie meine Wahrnehmung der Situation ist. Je nachdem würde vehementer oder tiefgründiger einsteigen.
Letztendlich muss auf die Gefahr der Diskriminierung hingewiesen werden, die solche Tradierungen der Stereotypen mit sich bringen sowie die Vielschichtigkeit von Diskriminierung bis hin zur positiven Diskriminierung, wie bspw. der Frauenquote, die gesetzlich verankert ist und gleichzeitig zum Ausschluss anderer Gruppen führen kann bzw. zur Argumentation der Bevorzugung dieser Personengruppe durch vorgeschriebene Rahmenbedingungen.