Diverstitäts-Verständnis bei SAP

Diverstitäts-Verständnis bei SAP

von Susanne Abdennouri -
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Für meine Anwendungsaufgabe habe ich mir als Beispiel die Organisation SAP angeschaut und versucht zu analysieren, wie dort Diversity kommuniziert wird und ob das aus meiner Sicht glaubwürdig wirkt. Ich habe mir dafür vor allem die Unternehmenswebsite, den Diversity-Bericht, Stellenanzeigen sowie Pressebeiträge und Meinungen von Mitarbeitenden angeschaut.

Auf der offiziellen Website wird Diversity sehr stark als Teil der Unternehmenskultur dargestellt:


Durch das Bilden der 13 Netzwerke wird das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe noch einmal gestärkt.

Diversität wird auch als Success factor defniert: 
Implementing and Using Diversity and Inclusion Features in SAP SuccessFactors 
(https://help.sap.com/docs/successfactors-platform/implementing-and-using-diversity-and-inclusion-features-in-sap-successfactors/people-management?utm_source=chatgpt.com&locale=en-US)
Dort wird betont, dass Vielfalt und Inklusion eine wichtige Grundlage für Innovation und Unternehmenserfolg sind. Diversity wirdn nicht nur allgemein erwähnt, sondern genauer definiert, z. B. in Bezug auf Herkunft, Geschlecht, Alter, Behinderung oder auch Neurodiversität. Außerdem wird auf konkrete Programme verwiesen, z. B. Trainings zu unbewussten Vorurteilen oder Initiativen für Mitarbeitende mit Autismus. Das wirkt auf den ersten Blick relativ durchdacht und nicht nur wie ein Image-Text. 

Was ich persönlich als positiv empfinde ist, dass es einen eigenen Diversity- und Inclusion-Bericht gibt, in dem auch Kennzahlen veröffentlicht werden. Dadurch entsteht für mich eher der Eindruck, dass das Thema zumindest strukturell ernst genommen wird. Diversity wird also nicht nur als Wert kommuniziert, sondern auch als strategisches Thema, das messbar gemacht wird.

Gleichzeitig habe ich versucht, mir auch andere Perspektiven anzuschauen, zum Beispiel Bewertungen von Mitarbeitenden oder Diskussionen im Internet. Dort wird zwar teilweise ebenfalls positiv über die Unternehmenskultur gesprochen, aber es gibt auch kritische Stimmen. (Reddit, „A former manager … sued SAP over allegations she was pushed out … after raising the issue of gender diversity.“) Das zeigt für mich, dass die Realität im Arbeitsalltag wahrscheinlich nicht immer so positiv ist, wie es auf der Website dargestellt wird. Genau dieser Unterschied zwischen offizieller Kommunikation und persönlicher Erfahrung ist für mich ein wichtiger Punkt beim Thema Diversity.

Meiner Einschätzung nach wirkt die Außendarstellung weitestgehend authentisch. Es wirkt nicht wie reines „Diversity-Marketing“, weil es Programme, Berichte und konkrete Maßnahmen gibt. Das Thema wird ernst genommen, aber die Umsetzung ist sicher noch nicht überall gleich stark.

Spannend fand ich auch den Zusammenhang zwischen KI und Diversity. In der Kommunikation wird zum Beispiel erwähnt, dass KI im Recruiting helfen soll, Vorurteile zu reduzieren, z. B. durch neutralere Formulierungen in Stellenanzeigen oder objektivere Auswahlprozesse. ("AI-Technologie kann helfen, Vorurteile im Recruiting zu reduzieren und objektivere Entscheidungen zu treffen.", SAP-News center, 12.01.2024). Ich finde das grundsätzlich interessant, gleichzeitig stellt sich für mich auch die Frage, ob KI wirklich automatisch zu mehr Fairness führt oder ob sich bestehende Vorurteile dadurch vielleicht nur anders zeigen.