Für die Bearbeitung dieser Aufgabe habe ich mir Bosch ausgesucht, um zu herauszufinden, wie es als international vertretenes Unternehmen mit Diversity Themen umgeht.
Als erstes habe ich mir die Werte des Unternehmens angesehen und bin direkt auf den Punkt „Vielfalt, Chancengerechtigkeit, Teilhabe“ gestoßen: „Wir schätzen und fördern Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Teilhabe als Bereicherung und Quelle unseres Erfolgs.“ (https://www.bosch.de/unternehmen/unsere-verantwortung/#unsere-werte; 23.03.2026). Bosch widmet dem Thema Diversity unter dem Link https://www.bosch.com/de/nachhaltigkeit/mitarbeiter/vielfalt-chancengerechtigkeit-teilhabe/ viel Aufmerksamkeit. Unter dem Motto „United by difference“ setzt Bosch sich laut eigenen Angaben „dafür ein, alle einzubeziehen und für Chancengerechtigkeit zu sorgen, um unser volles Potential auszuschöpfen. Zudem fördern wir ein inklusives Arbeitsumfeld und eine Kultur, in der sich alle Mitarbeitenden entfalten können, um „Technik fürs Leben“ zu schaffen.“ Dimensionen der Vielfalt, auf die sich Bosch bezieht, sind die Geschlechtervielfalt, Kulturelle Vielfalt/Internationalität, Alter/Generationen und vielfältige körperliche und geistige Fähigkeiten. Unter dem Punkt Chancengleichheit wird sich laut Bosch dafür eingesetzt, „Vorurteile zu verstehen und zu mindern sowie allen Mitarbeitenden gerechte Chancen zu bieten, damit jede Person sein volles Potenzial entfalten kann, unabhängig von Alter, kulturellem, sozialem oder ethnischem Hintergrund, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung usw.“. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass es bei Bosch „Keine Toleranz für Diskriminierung“ gibt: „Diskriminierung, Mobbing und Belästigung am Arbeitsplatz können in verschiedenen Formen auftreten. Bei Bosch dulden wir keine Form der Diskriminierung, Belästigung oder Mobbing jeglicher Art.“ Zum Thema Teilhabe schreibt Bosch: „Wir streben an, die einzigartigen Stärken jedes Mitarbeitenden zu erkennen und zu nutzen, um so die Teamleistung zu verbessern“ und „Wir fördern ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Wohlbefindens in Zeiten hoher Unsicherheit und Transformation“. Neben der reinen Darstellung der Werte, beschreibt Bosch auch, wie mit den Themen in der Praxis umgegangen wird: „Wir bei Bosch stehen für ein respektvolles Miteinander und setzen klare Zeichen gegen Diskriminierung und Rassismus. Schon seit Jahren beschäftigen wir uns mit dem Thema „unbewusste Denkmuster“ und fördern so den reflektierten Umgang mit Vorurteilen und Stereotypen. Weltweit wurden Workshops durchgeführt, in denen sich Mitarbeitende mit dem Einfluss von unbewussten Denkmustern auf ihr Handeln auseinandersetzen. Mögliche Fälle von Diskriminierung werden bei Bosch konsequent verfolgt. Sollten sich Mitarbeitende diskriminiert fühlen, haben sie die Möglichkeit sich an verschiedene Ansprechpersonen zu wenden. Dazu zählen Führungskräfte, HR und Diversity Verantwortliche. In Deutschland beispielsweise gibt es zusätzlich die Möglichkeit auf die Sozialberatung oder die Arbeitnehmervertretung zuzugehen. Außerdem können Hinweise zu möglichem Fehlverhalten, wie zum Beispiel Fälle von Diskriminierung, Rassismus oder Belästigung, online über das Bosch-Hinweisgebersystem auf einem sicheren und vertraulichen Weg gemeldet werden. Über die Postbox im Bosch-Hinweisgebersystem ist auch der anonyme Austausch mit der Compliance-Organisation möglich.“ Zudem versucht Bosch den Austausch und die Vernetzung verschiedenster Mitarbeitender zu fördern, die sich Netzwerken wie „BestAger@Bosch“ oder „b:proud – LGBT*IQ + Allies bei Bosch“ anschließen können. Neben diesen internen Netzwerken ist Bosch auch in externen Netzwerken aktiv, beispielsweise „Spitzenfrauen“ oder „prOUT at work“. Zusätzlich erzählt Bosch die Geschichten von Mitarbeitendem unter dem Gesichtspunkt von Diversity, beispielsweise „Muss man hören können, um bei Bosch zu arbeiten?“, „Wenn Unterschiede vereinen“ oder „Vielfalt öffnet die Grenzen für die Liebe“ (https://www.bosch.com/de/nachhaltigkeit/mitarbeiter/vielfalt-chancengerechtigkeit-teilhabe/; 23.03.2026).
Ähnlich betont werden Diversity Thematiken auch in der Personalsuche. Hier wird mit Slogans wie „Ganz schön gleich und doch verschieden“ (https://www.bosch.de/news-and-stories/funktionsentwicklung/; 23.03.2026) geworben. Auch die verwendete Bildsprache unterstützt ein ausgeprägtes Verständnis von Diversity, so werden Menschen verschiedener Herkunft, verschiedenen Alters, Kleidungsstils oder auch im Rollstuhl gezeigt (https://www.bosch.de/karriere/#warum-bosch; 23.03.2026).
Insgesamt macht es für mich den Eindruck, dass Bosch sehr bemüht ist, seinen Einstellung zum Thema Diversity transparent darzustellen und auch bemüht ist, die Strategien und Werte in der Praxis zu leben. Es werden dafür zum Beispiel konkrete Ziele bezüglich einer Frauenquote genannt (Steigerung des Anteils weiblicher Führungskräfte auf 25 % bis 2030“ als Ziel; https://www.bosch.com/de/nachhaltigkeit/verantwortung/; 23.03.2026). Auch die Erwähnung von durchgeführten Workshops weist daraufhin, dass zumindest punktuell und für ausgewählte Mitarbeitende aktiv am Thema gearbeitet wird. Durch das starke Storytelling und auch den Zusammenhang mit der Robert Bosch Stiftung, die gleiche Werte teilt, wird dieser Eindruck noch unterstützt. [Exkurs: Die Stiftung verankert ihre Vielfalts-Strategie folgendermaßen: „Die Wertschätzung von Vielfalt ist uns ein wichtiges Anliegen. Um uns als diversitätsorientierte Organisation weiterzuentwickeln, folgen wir in unserem Ansatz deshalb dem Zusammenspiel aus Diversity (Vielfalt), Equity (Chancengerechtigkeit), Inclusion (Teilhabe) und Belonging (Zugehörigkeit) und arbeiten an vier Schwerpunkten: Vielfalt im Team, Kultur der Vielfalt, Strukturen für Vielfalt und Arbeiten mit Vielfaltsblick“ (https://www.bosch-stiftung.de/de/diversitaet-robert-bosch-stiftung; 24.03.2026). Die Beschreibung des Diversity Verständnisses der Stiftung deutet für mich auf einen Ansatz des Learning-and-Effectiveness-Paradigmas hin.]
Kritisch finde ich die auf der Bosch Homepage verwendeten Bilder. Sie wirken teilweise gestellt. Es ist nicht klar, ob alle auf der Homepage abgebildeten Personen tatsächlich Mitarbeitende von Bosch sind. Wie die Thematik im Alltag jedes einzelnen Standorts gelebt und umgesetzt wird, kann ich anhand der vorliegenden Informationen nicht beurteilen. Die Kununu Bewertung des Punktes Vielfalt mit 4,2 von 5 Sternen deutet auf den ersten Blick daraufhin, dass das vermittelte Verständnis auch im Alltag gelebt wird (https://www.kununu.com/de/bosch-gruppe; 24.03.2026). Wenn man sich die Bewertungen genauer anschaut, stößt man jedoch auch auf kritische Stimmen wie „Teils eher die männliche Fraktion im Nachteil“ oder „Auf dem Papier wichtig, in der Realität zählt vor allem die Zugehörigkeit zur richtigen Seilschaft“ (https://www.kununu.com/de/bosch-gruppe/kommentare; 24.03.2026). Dies zeigt, dass es für Unternehmensleitungen größerer Unternehmen schwierig ist, dass eigene Verständnis von Diversity bis in alle Standorte und an alle Mitarbeitenden zu vermitteln.