Was haltet ihr von diesen Entwürfen?
Beide Plakate, d.h. sowohl Entwurf 1 als
auch Entwurf 2, finde ich nicht ganz gelungen, zumal die Plakatkampagne darauf
abzielen sollte, die thüringische Bevölkerung gegenüber internationalen
Mitbürger*innen zu sensibilisieren und im nächsten Schritt der vorherrschenden
„Überfremdung“ entgegenzuwirken. Meine Gründe möchte ich im Nachfolgenden für
jedes der Plakate einzeln darlegen.
Zu Entwurf 1: Auf den ersten Blick fällt der Mann auf
der linken Seite des Plakats direkt ins Auge. Beim näheren Hinschauen, erfährt
man, dass er Matthias heißt. Sowohl sein Aussehen als auch sein Name stehen im
Kontrast zu der Aussage, die neben ihm abgebildet ist. Es wird zwar davon
gesprochen, dass es im Betrieb Mitarbeitende mit Kopftuch, Dreadlocks und
Tattoos gibt, jedoch wird es auf dem Plakat in keiner Weise ersichtlich. Es
wird lediglich ein Mann abgebildet, dem man keinen Migrationshintergrund
ansehen kann und der auch keine der aufgezählten Merkmale aufweist.
Zu Entwurf 2: Bei diesem Plakat sieht man erst auf
dem zweiten Blick, dass jeweils nur eine Gesichtshälfte von zwei verschiedenen
Frauen abgebildet ist, die sich von ihrer Haut- und Augenfarbe sowie
hinsichtlich ihrer Frisur unterscheiden. Was auffällt, ist, dass auf dem
Frauengesicht unter den Augen, der Name der abgebildeten Gesichtshälfte der
jeweiligen Frau steht sowie auf der rechten Gesichtshälfte noch ein kürzerer
Text. Ich finde dadurch wurde das Frauengesicht zu einem Objekt degradiert,
weil es als Schreibfläche dient. Hinzu kommt, dass die Aussage oben auf dem Plakat
fast die gesamte Stirn der Frau einnimmt. Die Information, dass es sich jeweils
um eine Bäckerin ohne und eine Konditorin mit Migrationshintergrund handelt,
rückt durch die komprimierte Darstellung der beiden Frauen gänzlich in den
Hintergrund. Somit geht auch die Information unter, dass es auch internationale
Fachkräfte in der Konditorei gibt/in Zukunft geben könnte.
(Wie) Würdet ihr sie verwenden?
Solange die zwei vorliegenden Plakate
nicht überarbeitet worden sind, würde ich sie persönlich nicht verwenden, da
sie in ihrem jetzigen Zustand nicht dazu beitragen, dass die thüringische
Bevölkerung gegenüber internationalen Mitbürger*innen sensibilisiert und
Ressentiments gegen internationale Fachkräfte abgebaut werden.
Was würdet ihr ändern?
Änderungsvorschläge zu Entwurf 1: Ich würde neben Matthias auch weitere
Mitarbeitende ergänzen, die neben der Arbeitskleidung u.a. ein Kopftuch tragen,
Dreadlocks und Tattoos haben, um auf dem Plakat optisch für mehr Diversität in
dem Tischlereibetrieb zu sorgen. Wenn möglich würde ich auf Mitarbeitende aus
dem Betrieb zurückgreifen, um das Plakat noch persönlicher zu gestalten. Zudem
würde ich den Satz „Wir haben Mitarbeiter mit Kopftuch, Dreadlocks, Tattoos.
Und das ist furzegal.“ rausnehmen, weil er durch die ergänzten Personen
redundant wäre. „Matthias, 43, Tischler“ würde ich durch Tischlereibetrieb XYZ
ersetzen, um den Fokus von der Einzelperson auf ein thüringisches Unternehmen
zu lenken, weil es nicht vorrangig um die Meinung eines Einzelnen gehen,
sondern das Ziel von einer bestimmten Branche hervorgehoben werden soll,
langfristig internationale Fachkräfte für Thüringen zu werben und gleichzeitig
die thüringische Bevölkerung hinsichtlich ihrer internationalen Mitbürger*innen
zu sensibilisieren. Die Aussage: „Hier zählt, was die Person kann und die Firma
einbringen wird.“ würde ich genauso wie den Informationslink beibehalten.
Zusätzlich würde ich zu dem Link einen QR-Code ergänzen, da ich mit dem Plakat
auch junge Menschen ansprechen möchte, für die ein QR-Code sicherlich geläufiger
ist.
Änderungsvorschläge zu Entwurf 2: Ich würde die beiden Frauen auf dem
Plakat als jeweils einzelne Personen in ihrer typischen Handwerkskleidung
darstellen, die in unmittelbarer Nähe voneinander stehen und jeweils einen
Brotteig kneten. Die Vornamen der Frauen würde ich beibehalten und jeweils
neben die Frauen setzen. Idealerweise findet sich eine Bäckerei, in der die
beiden Frauen auch arbeiten. Die Aussage ganz oben auf dem Plakat „Deinem Brot
ist es egal, welche Hände es kneten. Dir doch auch!“ würde ich schon wegen der
Aufforderung abändern, um in einem anderen Ton für mehr Akzeptanz von
internationalen Fachkräften zu sorgen, ohne mit einer Aufforderung Druck
ausüben zu wollen. Stattdessen würde ich die Aussage: „Bei uns wird ihr
Brotteig mit viele Liebe geknetet und das schmeckt man auch.
Bäckerei/Konditorei XYZ“ verwenden. Anhand des Hashtags unten links auf dem
Plakat ist ersichtlich, dass mit Social Media gearbeitet wird. Um die jüngeren
Menschen in Thüringen zu erreichen, würde ich noch einen Instagram-QR-Code zum
Hashtag ergänzen.
Welche Theorie haben wir kennengelernt,
die uns hierbei helfen könnte?
Wir haben in Bezug auf diese Aufgabe die
Kontakthypothese kennengelernt, mit der nachgewiesen wurde, dass die „Neigung
zu Stereotypenverwendung und zu Ressentimentverhalten i.d.R. sinkt, je
umfangreichere Sachkenntnisse über und Kontakte zu entsprechend „gelabelten“
Akteur*innen bestehen. Dies ist nur unter bestimmten
Voraussetzungen möglich, u.a. wenn die Menschen in der Kontaktsituation
gemeinschaftliche Ziele verfolgen, die Menschen von etwa gleichem Status sind,
die Menschen miteinander interagieren müssen, um ihre Ziele zu erreichen und
dieser Kontakt von Autoritäten unterstützt wird.“ (Vorlesung 13) All die aufgezählten Aspekte
wurden auch bei der Abänderung der Plakate miteinbezogen, was im Nachfolgenden
nochmal kurz dargelegt wird.
Es wird mit beiden Plakaten gezeigt,
dass Mitarbeitende mit und ohne Migrationshintergrund benötigt werden, um die
Arbeit in Thüringen zu verrichten und gleichzeitig dem Fachkräftemangel
entgegenzuwirken. Zudem wird durch die Abbildung einer diversen
Mitarbeiterschaft die Bevölkerung in Thüringen langsam an internationale
Mitbürger*innen und Fachkräfte sensibilisiert. Ein Interaktionsaspekt ist durch
den Informationslink und die QR-Codes gegeben, die interessierten Menschen die
Möglichkeit eröffnen sich weiter zu informieren.
Des Weiteren werden sowohl Personen mit
als auch ohne Migrationshintergrund aus derselben Branche (Tischlerei bzw.
Bäckerei/Konditorei) in ihrer jeweiligen Arbeitskleidung abgebildet, um zu
zeigen, dass jeder, der die Fähigkeiten besitzt, den entsprechenden Beruf auszuüben,
sich auch in einem Handwerksbetrieb einbringen kann. Die Nennung der beiden
Namen der Bäckerin und Konditorin sorgt bei denjenigen, die die beiden kennen, für
einen persönlichen Bezug, der im weiteren Schritt im näheren Umfeld durch den
Austausch mit anderen möglicherweise für einen Rückgang von
Stereotypenverwendung und Ressentimentverhalten führen könnte.
Auf dem Plakat des 2. Entwurfs ist
ersichtlich, dass das Plakat eine Initiative des Freistaats Thüringen in
Kooperation mit der Universität Jena ist. Beide Autoritäten sind in diesem Fall
nicht so greifbar wie beispielsweise eine lokale Bäckerei/Konditorei, die
namentlich bei der Kampagne genannt werden würde, weil die Thüringer
Bürger*innen durch ihre Alltagserfahrungen und Begegnungen in der Bäckerei
einen engeren Bezug aufbauen könnten, wenn sie das Plakat sehen. Genauso
verhält es sich, wenn beim 1. Entwurf das Zitat des Tischlers als Einzelperson
mit einem Zitat der thüringischen Tischlerei ersetzt werden würde. Denn ein
Betrieb vermittelt als Autorität mehr Aussagekraft als ein einzelner
Mitarbeiter, der nicht für den gesamten Betrieb stehen kann.
Postet min. einen zumindest groben
Gegenvorschlag (Plakatversion, z.B. mit Powerpoint oder Word erstellt).
Die beiden groben Gegenvorschläge wurden mithilfe von Google Gemini erstellt.
Gegenentwurf 1:

Gegenentwurf 2: