Steretype in interkulturellen Trainings

Steretype in interkulturellen Trainings

von Theresa Dabla -
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Ich würde sagen, dass ich verstehen kann, dass Stereotype Orientierung bieten und Komplexität reduzieren sollen, dass sie dieses jedoch mit erheblichen Kosten verbunden tun: Sie überbetonen Unterschiede und machen Vielfalt und Wandel unsichtbar, verengen die Wahrnehmung der Teilnehmenden, kreieren Erwartungen und suggerieren den Teilnehmenden Vorhersagbarkeit.

Wenn Teilnehmende mit Stereotypen arbeiten, wäre meine Befürchtung, dass sie diese als Erklärungsmuster verinnerlichen könnten, also Unterschiede mit vermeintlichen essentialistischen Nationalkulturen erklären und verkürzte Logiken à la „Wenn X das macht – denn die Chinesen/ Araber/ Westafrikaner/ etc. sind so –, dann reagiere ich so“ lernen, die in der Praxis an Grenzen stoßen. Sie wären weniger sensibel für den Kontext und weniger offen für eine Klärung von Unsicherheiten im Dialog. Was wir in interkultureller Kompetenz trainieren und fördern wollen, ist hingegen Offenheit und Neugierde, differenzierte Wahrnehmung und Ambiguitätstoleranz.

Zu dem Argument, dass Stereotype keine Vorurteile und nicht negativ gemeint seien, würde ich sagen, dass auch positiv gemeinte Stereotype homogenisieren und Erwartungen und Handlungsspielräume begrenzen. Außerdem werden Stereotype durch deren Wiederholung zu Vorurteilen.

Ich würde die Perspektive erweitern wollen, indem ich z.B. frage, welche anderen Faktoren und Zugehörigkeiten außer Nationalität in der Situation, die mit einem Stereotyp erklärt werden soll, eine Rolle spielen könnten? – Das kann der Kontext sein, Erwartungen, Strukturen wie Hierarchie/ Machtverhältnisse, etc.